Das Limonen Terpen mit allen Eigenschaften und Cannabis Einordnung

Limonen Terpen
Inhaltsverzeichnis

Limonen ist eines der bekanntesten und am häufigsten vorkommenden Terpene in der Natur und zählt zu den regelmäßig nachgewiesenen Cannabis-Terpenen. Im Cannabis prägt das Limonen Terpen vor allem das charakteristische Zitrusaroma bestimmter Sorten und wird im Zusammenhang mit verschiedenen sensorischen und funktionellen Eigenschaften beschrieben. Neben seiner Bedeutung für Geruch und Geschmack wird Limonen auch im Rahmen der wissenschaftlichen Terpenforschung betrachtet, insbesondere im Zusammenspiel mit Cannabinoiden für medizinische Zwecke.

Das Wichtigste in Kürze

  • Limonen ist ein natürliches Terpen mit ausgeprägtem Zitrus- bzw. Limonen Aroma.1
  • Im Cannabis liegt überwiegend D-Limonen vor.2
  • Dem Limonen Terpen werden stimmungsbezogene und antioxidative Eigenschaften zugeschrieben.3
  • Es ist nicht psychoaktiv, kann jedoch das sensorische Profil von THC- und CBD-haltigem Cannabis beeinflussen.4
  • Es kommt häufig in Sativa-lastigen Cannabis-Sorten vor, aber nicht ausschließlich.
  • Die optimale Verdampfung liegt bei etwa 170–180 °C.
  • Die wissenschaftliche Datenlage beruht überwiegend auf präklinischen Studien.

Was ist Limonen?

Limonen ist ein natürlich vorkommendes Monoterpen aus der Stoffgruppe der Terpene, das in zahlreichen Pflanzen sowie im Cannabis enthalten ist. Besonders hohe Konzentrationen finden sich in den Schalen von Zitrusfrüchten wie Orangen, Zitronen und Grapefruits. Entsprechend werden im aromatischen Kontext häufig auch Begriffe wie Lemon oder Limonene verwendet.

Chemisch existiert Limonen in zwei spiegelbildlichen Formen:

  • D-Limonen (häufigste Form, typischer Zitrusduft).
  • L-Limonen (deutlich seltener).

Im Cannabis wird nahezu ausschließlich D-Limonen nachgewiesen, das maßgeblich das Duft- und Geschmacksprofil vieler Sorten mitprägt.

Biochemie und Metabolismus

Nach inhalativer Aufnahme wird D-Limonen beim Menschen rasch absorbiert und metabolisiert. Humanexperimentelle Untersuchungen zeigen, dass ein Großteil des aufgenommenen Limonens über Stoffwechselprozesse abgebaut, während nur ein geringer Anteil unverändert ausgeschieden wird.5 Diese Daten stammen aus kontrollierten Expositionsstudien und dienen der toxikologischen Einordnung, nicht der therapeutischen Bewertung.

Charakteristische Merkmale von Limonen

Das Terpen Limonen weist mehrere typische Merkmale auf, die es von anderen Terpenen unterscheiden:

  • Ausgeprägtes Zitrus- und Limonen-Aroma (engl. citrus/lemon).
  • Hohe Flüchtigkeit.
  • Empfindlich gegenüber hohen Temperaturen.
  • Deutlich wahrnehmbarer Einfluss auf Geruchsprofil vieler Cannabis-Sorten.

Diese Merkmale erklären, warum Limonen sensorisch häufig zu den dominanten Terpenen gezählt wird.

Eigenschaften von Limonen

Die Forschung zu Limonen konzentriert sich überwiegend auf zugeschriebene Eigenschaften und nicht auf klinisch bestätigte Wirkungen. Entsprechende Untersuchungen wurden vor allem in toxikologischen, lebensmittelchemischen und pharmakologischen Fachzeitschriften veröffentlicht. Dabei handelt es sich meist um Labor- und Tierstudien sowie um Expositionsuntersuchungen, die Limonen biochemisch und toxikologisch einordnen, ohne eine medizinische Wirksamkeit beim Menschen zu belegen. Weiterhin diskutiert werden unter anderem folgende Eigenschaften6:

  • Stimmungsbezogene Effekte in präklinischen Modellen.
  • Antioxidative Aktivität.
  • Entzündungsmodulierende Prozesse.
  • Mögliche Interaktionen mit biologischen Rezeptorsystemen.

Diese erlauben keine direkten Rückschlüsse auf eine medizinische Wirkung beim Menschen, liefern jedoch Hinweise für weiterführende Forschung.

Limonen im Cannabis-Kontext

Im Zusammenhang mit Cannabis wird das Limonen Terpen vor allem über seine Häufigkeit, sein aromatisches Profil und seine analytische Erfassung in Blüten beschrieben.

Terpenprofil
Beispiel eines Terpenprofils von Medizinalcannabis mit Limonen

Zusammenspiel mit THC und CBD

In Cannabis liegt Limonen nicht isoliert vor, sondern gemeinsam mit Cannabinoiden wie THC und CBD. In der Fachliteratur wird dieses Zusammenspiel häufig im Rahmen des sogenannten Entourage-Konzepts diskutiert. Dabei geht es nicht um eine eigenständige Wirkung von Terpenen, sondern um mögliche Einflüsse auf Wahrnehmung, Aroma und sensorisches Gesamterlebnis.

Cannabis-Sorten mit relevantem Limonen-Gehalt

Limonen wird besonders häufig in Cannabis-Sorten nachgewiesen, die ein ausgeprägtes Zitrus- bzw. Limonen-Aromaprofil besitzen. Auch im Bereich des Medizinalcannabis ist Limonen Bestandteil verschiedener zugelassener Sorten. Dazu zählen unter anderem:

  • Super Lemon Haze.
  • El Gordo.
  • Wedding Cake.
  • Sour Chocolate Diesel.
  • Lemon Berry OG.

In diesen Sorten von KHIRON trägt Limonen vor allem zur aromatischen Charakteristik und zum Terpenprofil bei, das bei der Auswahl medizinischer Cannabisblüten zunehmend berücksichtigt wird.

Verdampfung und Temperatur

Limonen gehört zu den hitzeempfindlicheren Terpenen:

  • Siedepunkt: ca. 176 °C
  • Empfohlener Temperaturbereich beim Verdampfen: 170–180 °C

Bei höheren Temperaturen kann es zu einem verstärkten Abbau flüchtiger Terpene kommen, was sich auf Aroma und Zusammensetzung des Dampfes auswirkt.

Sicherheit und toxikologische Bewertung

Limonen gilt in üblichen Konzentrationen als gut untersucht und wird seit Jahrzehnten als Aromastoff verwendet. Toxikologische Bewertungen zeigen, dass unverändertes Limonen als gering toxisch eingestuft wird. Oxidationsprodukte können unter bestimmten Bedingungen reizend wirken, was vor allem bei industrieller oder stark konzentrierter Exposition relevant ist.7

Vergleich zu anderen Terpenen

Der Vergleich verdeutlicht, dass Terpene primär über sensorische und beschreibende Eigenschaften eingeordnet werden:

TerpenBeschriebene EigenschaftenAroma
Limonenaktivierend beschriebenzitrig, limonig
Myrceneher beruhigend beschriebenerdig
Linaloolentspannend beschriebenfloral
Beta-Caryophyllenausgleichend beschriebenwürzig

Fazit

Das Limonen Terpen ist ein regelmäßig vorkommender Bestandteil des Cannabis-Terpenprofils und prägt insbesondere das Zitrus-Aroma bestimmter Sorten. Ihm werden verschiedene Eigenschaften zugeschrieben, die wissenschaftlich überwiegend präklinisch untersucht sind. Für Konsumenten und medizinische Anwender ist Limonen daher vor allem als aromatisches und beschreibendes Merkmal relevant, nicht als eigenständiger Wirkstoff.

Wie man medizinisches Cannabis auf Rezept erhalten kann und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind, beschreibt dieser Ratgeber: Cannabispatient werden – 2 Wege zum Rezept.

FAQ zum Limonen Terpen

Ist Limonen ein Wirkstoff im Cannabis?

Nein. Limonen gilt nicht als Wirkstoff im Cannabis. In der Forschung wird Limonen den Terpenen zugeordnet, denen keine eigenständige klinisch bestätigte Wirkung zugeschrieben wird. Vielmehr beschreiben Studien, dass Terpene sensorische und kontextuelle Effekte im Cannabis beeinflussen können, ohne selbst pharmakologisch wirksam zu sein.

Beeinflusst Limonen die Wirkung von THC oder CBD?

In der Literatur wird diskutiert, dass Limonen im Zusammenspiel mit THC und CBD wahrnehmungsbezogene Unterschiede hervorrufen kann. Diese Wirkung ist jedoch nicht als medizinischer Effekt zu verstehen, sondern als mögliche Veränderung der subjektiven Effekte im Cannabis-Erlebnis. Entsprechende Studien basieren überwiegend auf präklinischen Modellen oder Beobachtungen und sind teils über eine DOI (Digital Object Identifier = dauerhafter, eindeutiger Identifikator) eindeutig referenzierbar.

Warum kommt Limonen häufig in Lemon-Sorten vor?

Das typische Lemon-Aroma entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Terpene, wobei Limonen häufig dominiert. In Cannabis-Sorten mit Lemon-Profil wird Limonen daher besonders häufig analytisch nachgewiesen. Solche Profile finden sich sowohl bei Blüten als auch bei Cannabissamen, da das Terpenmuster genetisch angelegt ist und bereits im Samen determiniert wird.

Spielt Limonen bei der Auswahl von Cannabissamen eine Rolle?

Ja, bei der Auswahl von Cannabissamen achten Anbauer gezielt auf das Terpenprofil. Auch wenn Samen selbst keine Terpene enthalten, geben Zuchtlinien Hinweise darauf, ob spätere Pflanzen ein Lemon-betontes Profil mit bestimmten Terpenen entwickeln können. Dies hat keinen Einfluss auf eine medizinische Wirkung, sondern auf Aroma und wahrgenommene Effekte.

Gibt es wissenschaftliche Belege zu Limonen?

Es existieren zahlreiche Studien, die sich mit Limonen befassen, insbesondere in der Grundlagen- und In-vitro-Forschung (siehe Fußnoten). Diese Arbeiten sind häufig über eine DOI eindeutig zitierbar. Die Ergebnisse beziehen sich jedoch meist auf biochemische Eigenschaften und erlauben keine direkten Rückschlüsse auf eine gesicherte Wirkung im Cannabis-Kontext.

Warum taucht Limonen oft in Produktbeschreibungen auf?

In Beschreibungen von Cannabis-Produkten oder Online-Darstellungen wird Limonen häufig genannt, um das Aroma (z. B. Lemon) oder das Terpenprofil zu erklären. Solche Angaben dienen der Orientierung und Einordnung, nicht der Wirkungszuschreibung. In digitalen Kontexten kann Limonen auch im Umfeld von Anzeigen erscheinen, was jedoch rein informativen oder marketingbezogenen Charakter hat und keine Aussage über THC, CBD oder medizinische Effekte trifft.


  1. Lin, H., et al. (2024). D-Limonene: Promising and Sustainable Natural Bioactive Compound. Applied Sciences ↩︎
  2. Spindle, T.R. (2024). Vaporized D-Limonene Selectively Mitigates ↩︎
  3. Patel et al. (2020), Purinergic Signalling ↩︎
  4. Patel et al. (2020), Purinergic Signalling ↩︎
  5. Filipsson AF et al. (1993), J Toxicol Environ Health ↩︎
  6. Patel M et al. (2020), Purinergic Signalling ↩︎
  7. Australian Government – Industrial Chemicals: Limonene Assessment ↩︎